Klingende Körper (2006/07)
für 6 Stimmen, Körper
ca.15 min.

auch nicht eigentlich mehr und vielleicht sogar gar nicht (2001)
für 6 hängende Performer
35 min.


*1968 in Freiburg/Brsg.
Klassisches Klavierstudium an der Hochschule der Künste Berlin.
Lebt und arbeitet als Musikerin und Komponistin in den Bereichen Neuer Musik und Experimenteller Musik in Berlin. Seit 2000 Mitorganisatorin der Reihe „Labor Sonor“ für Experimentelle Musik, Film und Performance.
Beim Erforschen des Klaviers nach neuen Klangmöglichkeiten Reduzierung des Instruments auf die Saiten, den Resonanzboden und den gusseisernen Rahmen. Entwicklung von zahlreichen eigenen Spieltechniken, Klängen und Präparationen.
Intensive Zusammenarbeit im Grenzbereich von Komposition und Improvisation, elektronischer und manuell erzeugter Musik mit MusikerInnen wie Sophie Agnel, Burkhard Beins, Axel Dörner, Sabine Ercklentz, Robin Hayward, Bonnie Jones, Annette Krebs, Ana M. Rodriguez und Ignaz Schick.

Kompositionsaufträge, Konzert- und Festivalauftritte in Europa, den USA, Kanada, Argentinien, Russland, Australien und Japan.
2008 Stipendiatin in der Villa Aurora in Los Angeles, 2008 Auszeichnung des Prix Ars Elektronika.

Klingende Körper
Das Stück Klingende Körper untersucht das Verhältnis von Individuum und Gruppe, sowie die Elemente, die mehrere Individuen in einen einheitlich wirkenden Organismus verwandeln, anhand einer speziellen "Versuchsanordnung":
6 Performer liegen, an Körper und Stimme mikrophoniert neben- und übereinander als Knäuel. Angestoßen von Bewegungs- und Klangimpulsen verändert das Knäuel im Verlauf des Stückes seine Form sowie seine klangliche Struktur, ohne den Eindruck einer "Masse" zu verlieren.
Welchen Anteil haben solistisch orientierte und welchen gruppenorientierte Aktionen in diesem Prozess?
Aus der körperlicher Dichte resultiert der Verlust der bewussten Wahrnehmung von Körperzugehörigkeiten der Performer untereinander (wer ist wer und wer ist wo) zugunsten einer "organischen Einheit". Diese steht im Kontrast zu den kontrollierten, präzise ausgeführten klanglichen Artikulationen jedes einzelnen Individuums, die wiederum akustisch zu einer gemeinsamen Gestalt führen können.
Die Auflösung der äußeren Grenzen der Einzelnen steht einer konzentrierten, mentalen Präsenz innerhalb eines jeden Performers gegenüber.
Es bedarf der Wechselwirkung dieser Elemente (Trägheit/ Entspannung in der Masse, Aktivität des Impulsgebens, des Reagierens körperlicher wie akustischer Art), um als Knäuel zu existieren, sowie sich als Knäuel zu wandeln. (A.N.)

Andrea Neumann - Klangregie
UA: maulwerker performing music PRO CEDERE - Musik als Prozess, tesla Berlin 2007